Inhaltsverzeichnis der Halloweengeschichten:

  1. Angst auf Burg Finderstein, Antonia

  2. Die Geisterstadt, Lena


 

1. Angst auf Burg Finderstein

 (eine Geschichte von Antonia)

 

„Wenn ihr wollt könnt ihr auch ein Kuscheltier mitbringen“.

 Wundert euch nicht über was hier geredet wird, ich werde es euch erzählen:

Es war vor 2 Jahren als unsere Klassenlehrerin das gesagt hatte und sie meinte, dass wir Kuscheltiere mit auf Klassenfahrt nehmen dürften. Ich heiße übrigens Sally, ich war sehr froh dass wir das durften, denn ohne Teddylein konnte ich nicht schlafen.

„Sally hast du nicht auch Angst?“, fragte Lynn ängstlich. Sie und Tinie waren meine besten Freunde. Lynn hat immer Angst, doch im Moment hatte auch ich Angst, natürlich wollte ich das nicht zugeben und fragte nur: „Wieso?“ „Weil, ich meine, wir sitzen hier im Bus und reden, dabei könnten sich in diesem Moment die Geister vorbereiten. Immerhin feiern wir Halloween auf  Burg Finsterstein.“ „Und?“ „Und, ach ich weiß auch nicht, es ist nur so ein komisches Gefühl, Halloween auf einer Burg zu feiern!“ „Wenn du meinst“, ich sprach ganz lässig, obwohl ich dasselbe  Gefühl spürte. Unsere Klassenlehrerin gab uns Bescheid, dass wir da waren. „Kein Wunder, dass die Burg Finsterstein heißt. Es ist wirklich sehr finster“, dachte ich. „Puh so´n Glück, es gibt Dreierzimmer, ihr wisst ja warum oder?“

Als wir die Marmortreppe zum Eingang der Burg empor liefen, hatte ich ein mulmiges Gefühl im Magen. Doch es war schnell weg. Ich hatte keine Angst mehr, vor allem nicht als Tinie, Lynn und ich in unser Zimmer traten, es war wie ein Königszimmer. Es gab drei Himmelbetten, ein Sofa aus echtem Leder, ein Bisonfell auf dem Sofa, einen Kamin und eine Nische in der ein Fenster (mit dunkelroten Vorhängen), drei Stühle und ein Tisch war.

 

Nach drei Tagen kannte ich mich in der Burg aus, wie-wie-wie halt zuhause. Doch eines Nachts wachten Lynn, Tinie und ich auf. Wir hatten ein Geräusch gehört. Knarrend ging unsere Zimmertür auf. Und  vor uns stand ein totenbleicher Mann. Vor Schreck hielt ich den Atem an. Es wurde ganz kalt im Zimmer. Als der Mann anfing zu sprechen blieb mir fast das Herz stehen. „Der Baron hat uns also nur drei Mädchen geschickt?“

„Wer hat drei Mädchen geschickt?“ fragte Tinie, sie war schon immer die mutigste gewesen.

„Der Baron!“ „ Wer?“ „ Der Baron, der König der Geister.“ „ Heißt das …“, mir blieb das Wort im Hals stecken, ich hatte verdammte Angst. „Sie wollte sagen: Heißt das, Sie sind Geist?“, vervollständigte Tinie meinen Satz. „Ja ich bin ein Geist“. Lynn und mir standen die Haare zu Berge.

„Und wen meinen sie mit drei Mädchen? Und warum geschickt?“ , Tinie ließ nicht locker.

„Na, wenn ihr so doof seid, erkläre ich es euch. Also mit den drei Mädchen meine ich euch und der Baron sagte, er würde uns Menschen zur Hilfe schicken und sie würden hier schlafen, also könnt nur ihr es sein“ „Warum Hilfe?“ „Oh Mann, seid ihr blööööd“ , stöhnte der Geist. „Wir sind Geister und leben schon mehrere tausend Jahre auf der Burg, doch jetzt haben wir Angst. Geisterjäger treiben sich hier herum. Alle Geister haben Angst auf Burg Finsterstein. Jetzt  verstanden?“ „ Ja, ich glaube schon!“ Dann verschwand der Geist.

„Glaubst du das stimmt?“ , wisperte ich. „Ich habe Angst!“ , tuschelte Lynn. „Wie immer! Du kleiner Angsthase!“, murmelte Tinie. „Kann mir jetzt jemand antworten?“, meine Stimme bebte. Wenn mir jemand nicht zuhört, werde ich schnell zickig und empfindlich. „Hallo? Antwortet!“ , meine Stimme wurde lauter.  Da kam eine Antwort, die mir zu viel war. Tinie sagte, dass es doch egal sei. Ich nahm eines meiner Samtkissen und warf es Tinie gegen den Kopf. Lynn kicherte. „Hey kichere nicht“, schrie Tinie und warf  auch ein Kissen, es entstand eine wilde Kissenschlacht.

Am nächsten Morgen, als Tinie, Lynn und ich aufwachten starrten uns tausende von Geistern an. „ Aaaaahhhhh!!!!“, schrie Lynn. „Rettet uns oder ihr sterbt!“ „ Ist ja gut!“

Jetzt rannten wir weg. „Wir müssen den Geisterjäger finden und ihn besiegen, sofort!“

Glück im Unglück: Wir rannten voll gegen eine riesige Maschine und darauf stand:

 

EIGENTUM VON DEM GEISTERJÄGER

 

„Geister, Geister, ihr seid Geister!“, ein dürrer Mann rannte auf uns zu. „Ich glaube, das ist der Geisterjäger“, vermutete ich. „Er ist komplett verrückt!“ „ Sie da! Wir sind keine Geister!“, schrie Tinie.   „ DOOOCH!“  „Tja reden bringt nichts, ich würde sagen: die Beine in die Hand nehmen und rennen!“

Nach einer Weile flüstere ich Lynn zu: “Rennt ihr weiter, ich habe eine Idee.“

Ich versteckte mich im Gebüsch und als der Mann vorbei rannte stellte ich ihm ein Bein. Als er hinfiel, drückte er aus Versehen auf einen Knopf seiner Maschine, sie ging an und anstatt Gespenster einzusaugen, saugte sie ihn ein.

Am Ende entschuldigten sich die Geister wegen der Drohung. Wir wurden zu Ehrengeistern ernannt und verbrachten noch eine schöne  Zeit auf der Burg und mit den Geistern.

 

ENDE

 


 

2.  Die Geisterstadt 

(eine Geschichte von Lena)

 

An einem Freitag saßen ich und mein Bruder Jonas im Zugabteil und schauten aus dem Fenster. Die Sonne schien hindurch und überflutete den Raum mit Wärme. „Es wäre schön, jetzt im Schwimmbad zu sein und ins kühle Wasser zu springen“, dachte ich. Stattdessen  saßen wir im Zug und mussten unsere Tante besuchen gehen. Unsere Tante war schrecklich! Sie war die Schwester meiner Oma und benutzte viel Parfüm, zu viel, wenn du mich fragst. Sie hat ziemlich viele Falten im Gesicht und ist fast immer lila, pink oder rosa gekleidet! Tja, so ist sie halt. Auf einmal wurde es draußen dunkler und dunkler. Die Sonne wurde von grauen Wolken bedeckt und plötzlich ruckte der Zug und hielt an.

Die Lichter gingen aus und es war totenstill. Nur noch das Schnarchen unseres Nachbarn war zu hören. Die Waggontür ging auf und etwas Helles trat ein. Ich schrie so laut: „Aaaahhhh!“, dass unser Nachbar aufwachte. Er glühte vor Wut, als er die Gestalt entdeckte. Es war ein Geist mit drei Köpfen, fünf Händen und acht Beinen! Plötzlich fiel ich in Ohnmacht. Das war zu viel für mich! Der Nachbar verjagte den Geist mit einem Zauberspruch und tatsächlich verschwand er. Das alles hatte mir Jonas erzählt, als ich wieder zu mir gekommen war. Der Zug fuhr weiter und weiter. Auf einmal fuhren wir an einem Schild vorbei, auf dem „GEISTERSTADT“ stand. Und wirklich: an allen Häusern waren Lüftlmalereien mit Geisterbildern! Der Zug fuhr in den Bahnhof von Geisterstadt ein. „Ach verflixt! Wir sind an der Endhaltestelle, das heißt, wir haben Mühlheim verpasst! “, raunte mir Jonas erschrocken zu. Als wir ausstiegen riefen alle: „Happy Halloween!“ Jonas und ich waren ziemlich verwirrt. So etwas war uns noch nie passiert. Ein Mann, der uns beobachtet hatte, trat aus der Menge und erklärte: „Hier herrscht eine andere Jahreszeit als bei euch: hier ist Herbst und der 31. Oktober. Bei euch dagegen ist Sommer und schönster Sonnenschein, verstanden?“ Endlich verstanden wir, was der Mann meinte. Jonas und ich sahen uns an und lachten. Na da hatten wir den Salat!

Die Haltestelle Mühlheim hatten wir verpasst und standen nun inmitten einer großen Halloweengesellschaft.. „Hoffentlich macht sich Tante keine Sorgen“, sagte ich beunruhigt. „Ach was! Komm, rufen wir sie einfach auf ihrem Handy an“, munterte mich Jonas auf. „Meier“, meldete sich meine Tante. Es knisterte und im Hintergrund hörte ich jemanden spanisch sprechen. „Hallo, hier ist Lena. Tante, wir haben leider die Haltestelle Mühlheim verpasst!“, erklärte ich und wunderte mich, dass alles so weit entfernt klang. „WAS? Waren wir denn für diese Woche verabredet?“, fragte meine Tante erschrocken. 

„Ich bin nämlich gar nicht zuhause, sondern mit Udo noch auf Mallorca!“ „Meine Güte!“, zischte ich Jonas zu, „ ist die vergesslich!“ „Am Sonntag bin ich wieder da und ihr seid bei mir, abgemacht?“, schlug sie ganz selbstverständlich vor. „Abgemacht!“, gab ich etwas genervt zurück. Als ich aufgelegt hatte lachten Jonas und ich uns fast schief über so viel Vergesslichkeit und beschlossen uns noch einen schönen Gruseltag in  Geisterstadt zu machen.