15 Klassen, 660 Füße, 18 Kilometer Marsch
«Hurra,
wir sind für einen guten Zweck marschiert und haben dafür eine Urkunde
bekommen», jubeln die FES-Schüler- Foto: jp
Von Alexandra Müller
Im Rahmen eines Sponsorenlaufs marschierten und joggten die Schüler der Gonzenheimer Friedrich-Ebert-Schule für kranke und behinderte Kinder.
Gonzenheim. Es ist nass, rutschig und vor allem schlammig. Doch weder Matsch, noch Regenpfützen konnten am Donnerstagmorgen die 330 Gonzenheimer Kinder, die sich in Richtung Ober-Eschbacher Felder auf den Weg machten, abschrecken. Über Straßen und Wiesen, an Häusern und Höfen vorbei, hatten die Grundschüler der Friedrich-Ebert-Schule (FES) nur ein Ziel vor Augen: so weit laufen wie nur möglich. Weder flüchteten sie vor dem Unterricht, noch trieben die Kinder Auswanderungspläne Kilometer um Kilometer – es war der Wunsch, etwas Gutes zu tun. Auf Initiative des Inner Wheel Clubs Bad Homburg nahm die gesamte Schule an einem Sponsorenlauf teil, dessen Erlös kranken und behinderten Kinder zu Gute kommen soll.
Als weltweit sozial engagierte Frauenorganisation führt Inner Wheel die Läufe in Bad Homburg und Umgebung bereits seit rund zehn Jahren durch (TZ berichtete mehrfach). Die Gonzenheimer Grundschule beteiligt sich zum dritten Mal an der Aktion. Für Schulleiterin Charlotte Göttler-Fuld eine Selbstverständlichkeit: «Wir suchen immer nach Möglichkeiten, unseren Kinder zu zeigen, wie wichtig es ist, sich in Projekten sozial zu engagieren.
Das Prinzip des Laufs ist einfach und doch genial: Die Kinder suchen sich im Familien- und Bekanntenkreis Sponsoren, die Ihnen für jeden gelaufenen Kilometer einen bestimmten Betrag zahlen. Auf diese Weise können die Schüler etwas Gutes tun, sich bewegen und vor allem eine Menge Spaß haben. «Am liebsten wären wir noch viel schneller gelaufen», erzählen die Drittklässlerinnen Louisa, Sofie, Anna, Flavia, Sophie und Rosalyn nach dem Rennen begeistert. Stolz präsentieren sie ihre Ehrenurkunden und reich bestückten Stempelkarten.
«Für jeden gelaufenen Kilometer gab es einen Stempel», erklärt der achtjährige Richard. 12 Stempel zählt seine Karte, das sind stolze 12 Kilometer. «Ich bin die komplette Strecke gelaufen und dann noch zwei Sonderrunden.» Von diesen konnte jedes Kind am Ende der sechs bis zehn Kilometer langen Strecke (je nach Alter) so viele laufen, wie es mochte.
Auch das Tempo konnten die Kinder selbst bestimmen: Ob gehen oder joggen, auf die Gesamtlänge kam es an – und damit natürlich auf den guten Zweck. «Wir wollten unbedingt was Gutes für die kranken Kinder tun und das hat total viel Spaß gemacht», versichert Louisa. Zwischen 15 Cent und einem ganzen Euro pro Kilometer können die Freundinnen aus der dritten Klasse jetzt von ihren Sponsoren einsammeln. Manch anderer konnte seinem Sponsor sogar zehn Euro und mehr pro Kilometer entlocken. Zu Gute kommt das Geld zum einen einer Selbsthilfegruppe für mukoviszidosekranke Kinder mit Sitz in der Kurstadt, zum anderen der Kinderneurologie in Königstein und dem Verein für Assistenzhunde Vita aus Raunheim. Letzterer bildet Hunde für Menschen mit Körperbehinderungen aus. «Diese Tiere sind körperliche und seelische Unterstützung für die Betroffenen», erklärt Marliese Bernecker, Pressesprecherin und Past-Distriktpräsidentin von Inner Wheel. Mit eigenen Augen erleben konnten das die FESler einen Tag zuvor während der Auftaktveranstaltung. Göttler-Fuld: «Hier besuchten uns Vertreter der Vereine und zwei Kinder im Rollstuhl, um die Projekte vorzustellen.