Die Durchführung des Unterrichts

Die in der Darstellung des Projekts angegebenen Ziele unseres Sportunterrichts erfordern eine Abkehr von den Prinzipien eines durchgängig gelenkten Sportunterrichts. Damit die Kinder ihre Bewegungsdefizite abbauen und Kooperation und Fairness entwickeln können, müssen sie ausgiebig Gelegenheit bekommen, selbständig Bewegungserfahrungen im Umgang mit verschiedenen Geräten und mit verschiedenen Bewegungs- und Spielsituationen zu machen.

      

Das oberste Prinzip unseres Sportunterrichts besteht darin, einen organisatorischen Rahmen zu schaffen, in dem die Kinder in größtmöglicher Freiheit Bewegungsmöglichkeiten mit Klein- und Großgeräten ausprobieren oder auch selbständig Spiele organisieren können.  

     

      

Versammlungsrituale, vereinbarte akustische Zeichen und immer wieder neu formierte Aufbau- und Arbeitsgruppen unterstützen die freie Bewegungsarbeit. Bewegungskarten und gemeinsam entwickelte Aufwärmeinheiten mit und ohne Musik sowie gemeinsam erarbeitete Spielformen ermöglichen den Lehrern, die Bewegungsfortschritte der Kinder gezielt zu beobachten und - wenn nötig - helfend einzugreifen.  

 

Dazwischen gibt es immer wieder stärker gelenkte Unterrichtseinheiten mit besonderen Bewegungszielen und entsprechenden -aufgaben, mit denen den Kindern das Angebot gemacht wird, bestimmte, auch traditionelle, Bewegungsfertigkeiten aus dem turnerischen und leichtathletischen Bereich oder beim Umgang mit dem Ball als Spielgerät zu erlernen oder zu verbessern. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Kinder dieses Angebot auch und gerade in den freien Phasen des Unterrichts sehr eifrig aufnehmen. Immer wieder beobachten wir, wie die Kinder sich gegenseitig beim Erlernen des Handstands, des Rads oder gar bei Überschlägen helfen und unterstützen. Mit anderen Worten: Die Kinder lernen voneinander und entwickeln viel Erfindungsreichtum, wenn es gelungen ist, eine Lernatmosphäre zu schaffen, in der die Lehrer nicht dauernd als Kontrolleure und Notengeber präsent sind.  

     

      

Besonders erfreulich ist es für uns Lehrer, dass die Kinder inzwischen in der Lage sind, Spiele selbständig zu organisieren, die auch ohne Lehrer als Schiedsrichter relativ konfliktfrei ablaufen. Dasselbe gilt für Unterrichtseinheiten, in denen die Kinder mit verschiedenen Geräten und Materialien frei arbeiten und sich dabei in hohem Maß an die vereinbarten Regeln für den Übungsbetrieb und den Umgang miteinander halten.  

      

       

Wichtig ist weiterhin, dass zu den vielfältigen Bewegungsreizen, die wir durch unsere Planung des Unterrichts anzubieten versuchen, auch immer wieder Phasen der Entspannung und Ruhe hinzukommen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass auch größere Kindergruppen bereit sind, sich auf solche Phasen einzulassen, und sie - nach einer gewissen Zeit der Einübung - regelrecht genießen.

 

Zu den erfreulichen Ergebnissen gehört auch, dass in jedem Schuljahr das Sportabzeichen erworben werden kann, das im Rahmen der Bundesjugendspiele und eines Sportfestes abgenommen wird. Etwa 60 bis 70 % unserer Schüler erwerben das Sportabzeichen.

Bei der Teilnahme an Wettbeweben für Grundschulen auf Kreisebene sind wir sehr erfolgreich.

Die Kinder unserer Schule gehören  zum großen Teil Vereinen an, in denen sie ihre Fertigkeiten weiter ausbauen können  (Fußball, Handball, Turnen, Leichtathletik, Hockey und Schwimmen).

Dabei entstehen natürlich auch umgekehrt sportliche Elemente und Übungen, die dann den Unterricht bereichern ( Kinder lernen von Kindern z.B. Handstand Kopfstand, Rad in verschiedenen Formen).

Interessant ist dabei noch zu erwähnen, dass leistungsschwächere Schüler von der täglichen Sportstunde am meisten profitieren (siehe BKF), das gilt auch für behinderte Kinder, die bei uns integrativ beschult werden.

                                                                                                                                 (Wilhelm Laupus)